Einhornkostüm zu Karneval

Gerade als ich den bereits gekauften, zugegebenermaßen recht pornös aussehen Leopardenstoff zuschneiden wollte – denn der Dreikäsehoch möchte seit einer halben Ewigkeit als Leopard verkleidet feiern – hat er sich mir nichts dir nichts für ein Einhorn-Kostüm entschieden. Ehrlich gesagt fand ich das so süß, dass ich ihn nicht mehr umzustimmen wagte und habe sogleich weißen Fleece und etwas Filzwolle gekauft. Mehr braucht man nämlich gar nicht.

Und bevor Karneval schon wieder rum ist, nutze ich den familienplagenden Norovirus, um euch meine DIY-Variante für ein Einhorn-Kostüm zu zeigen.

Als Basis dient ein weißer Ganzkörperanzug (Jumpsuit, Spieler, Romper, wie auch immer die noch so heißen). Meinen habe ich wie schon das Drachenkostüm nach dem Schnitt „Pupuliini“ aus der Ottobre Kids 06/2015 genäht und ihm eine Kapuze verpasst. Da geht im Prinzip auch jede, ihr braucht nur die Breite des unteren Randes an die obere Breite eures Anzugs anpassen. Ich habe die Kapuze von der Jacke WildLife von Trollis Nadelwald genommen, da ist gleich schon die Teilung dabei, um Ohren mit anzunähen. Die Einhorn-Ohren habe ich selbst aufgezeichnet, jeweils aus Fleece und Innenstoff zugeschnitten, rechts auf rechts zusammen genäht, gewendet und zwischen die Kapuzenteilung gesteckt. Alles zusammen genäht, fertig.


Dann habe ich gleich lange Wollfäden zugeschnitten und die ersten mittig zwischen die Ohren aufgesteppt, einfach in der Mitte mit einem Zickzackstich.

Als Vorlage für das Horn habe ich eine Mini-Schultüte genommen, auf Stoff übertragen und die lange Seite rechts auf rechts zusammengenäht. In meinem Stofflager habe ich diesen überaus passenden Stoff gefunden, einen nicht-dehnbaren Stoff mit aufgewebten Wollfäden oder so ähnlich. Quer zugeschnitten ergibt sich so gleich ein schönes Hornmuster, welches ich bei den Ein-Hörnern der wundervollen (Horse-)Bodypainterin Nicole Heyduk abgeschaut habe. Das Horn war jetzt also unten noch offen, ich habe es mit Füllwatte ausgestopft, so dass es in Form bleibt und habe es per Hand auf die ersten Haare aufgenäht.


Anschließend habe ich weitere Mähnenfäden aufgenäht, hauptsächlich weiß, aber ein ganz kleines bisschen Farbe durfte auch dazwischen. Kurz vor dem Ende der Kapuze habe ich aufgehört und die Kapuze an den Anzug angenäht. Und dann einfach weiter drauf los Wollfäden aufgesteppt.

OK, OK, jetzt wo ich die Bilder so sehe, könnte man vielleicht auch einen handelsüblichen Wischmop aufnähen. Für die, die auf den letzten Drücker nähen, vielleicht eine schnelle Alternative 😉

Für den Schweif habe ich mehr oder weniger gleichlange Wollfäden zusammengeknotet (so ähnlich wie bei einer Quaste) und an eine zuvor aufgesteppte Lasche am Hinterteil des Anzuges geknotet. Zuvor hatte ich die Haare in die rückwärtige Naht eingefasst, aber da fiel der Schweif nicht so schön. Also Schere her, Haare ab und noch ein Versuch.

Für das Fotoshooting wollte der Dreikäsehoch auch noch geschminkt werden. Damit ihr meine liebsten Saison-Bilder bekommt, habe ich ihm natürlich auch das gewährt. Keine Ahnung, ob man die Augen einem Pferd oder Einhorn zuordnen würde, aber es ging schnell und sieht nach einem Fabelwesen aus. Für den Regenbogen habe ich wirklich alle Lidschatten ausgegraben, die ich seit meiner Jugend mit mir herumschleppe und nie benutze, außer für Theateraufführungen oder Kinderkarneval. Und die Nüstern neben der Kindernase musste ich so machen. Auf den Bilder sieht das etwas gruselig oder schmutzig aus, von weitem hat es aber irgendwie gepasst. Das Kind jedenfalls war glücklich!

Und als dann noch der kleine Bruder aus dem Mittagsschlaf erwachte, gab es unter den Fabelwesen kein Halten mehr. Der Zweikäsehoch trägt den Drachen vom letzten Jahr. Die Fotos waren geschossen, jetzt konnte gespielt werden. Oder eben endlich mal auf einem Einhorn geritten <3


Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen noch eine schnelle Anregung geben. Ich finde nämlich, dass die gekauften Einhornkostüme entweder sehr mädchenhaft sind oder einfach nicht schön. Das hier ist natürlich ebenso Geschmacksache, aber wie schön, wenn die Kinder sich freuen. Also dann, alaaf, helau und party on. Oder so. Ich selbst hab’s nicht so mit diesen Festen 😉

Ein Gedanke zu „Einhornkostüm zu Karneval

  1. Suuuper, sieht doch echt schön aus. Die selbstgenähten Kostüme sind nicht nur schöner,
    einfallsreicher, sondern sie halten auch besser, da die Stoffe von gekauften meistens nach einmal Tragen zerschlissen sind.
    Toll gemacht, Gruß Pitty

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