Stop-Motion-Filme mit Kindern drehen

Alex hat den Dreikäsehoch heute beim Lego-Spielen gefilmt und hatte spontan die Idee, einen klitzekleinen Lego-Movie mit ihm zu drehen. Als alles soweit aufgebaut war, konnte es los gehen.

Hier die Durchsicht des ersten Teils der durchaus kritischen Filmemacher.

Der Sohn hatte natürlich keine Ahnung, was das alles soll. Und auch, dass er selbst den Film „gedreht“ hat, ist eine noch zu große Herausforderung für seinen Verstand. Dennoch: Er hat fleißig mitgearbeitet, mal am Auslöser vom iPad, mal als Figurenschieber.

Und jeeeeetzt ––– Trommelwirbel…….. Pateng! Das ist der allererste, Trickstummfilm unseres großen Sohnes:

Der rutschende Affe ist übrigens ganz allein vom Dreikäsehoch gestellt. Was sind die mediensüchtigen Eltern da stolz!

Eigentlich sollte es noch einen zweiten Vater-Sohn-Film geben. Mama hatte dafür schon die Brio-Bahn-Kulisse aufgebaut, Papa die Technik, dann ist der Dreikäsehoch schwer beschäftigt durch’s Wohnzimmer gerannt, dann ist der kleine Bruder aus dem Mittagschlaf aufgewacht, dann sind beide zusammen durch die Wohnung gerannt, dabei ist eine der provisorischen Scheinwerferlampen umgefallen, dann haben wir alle Kinder aus dem Raum entfernt und die Scherben aufgesammelt (da sind wir diese Woche drin geübt), dann habe ich begonnen, eine neue Beitragsserie zu schreiben und am Ende hat Alex den Eisenbahn-Film ganz allein gemacht. Dafür konnte er sich aber auch etwas mehr mit der App „Stop Motion Studio“ beschäftigen, die die Filmemacher bestens unterstützt hat.

Achtung, hier gibt es auch Ton!

Waaaaah…. Habt ihr gesehen, wie der Drache mit dem Zugführer im Maul davon geflogen ist?

In einem früheren Leben habe ich so etwas beruflich gemacht und auch zusammen waren Alex und ich manchmal lustig-kreativ. Aber seid die Kinder da sind…! Vielleicht war das heute ja ein neuer Anfang. Das wäre zu schön!

Wollt ihr denn wissen, wie man so etwas macht? Soll ich da mal was zu schreiben? Ihr müsst nur Bescheid sagen, das wird dann nämlich etwas aufwändiger. Also warte ich erstmal eure Antworten ab.

Achso:
Wenn ihr wissen wollt, was das für eine unglaublich tolle Landschaft ist, in der der Affe wohnt, dann müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Denn die wird euch auch bald online vorgestellt. Aber nicht auf diesem Blog…

Schmetterlinge aus Sicherheitsnadeln

Neben den vielen Nähwerken gibt es auch mal wieder etwas aus der Bastelecke.

Spätestens seit dem Schmetterling aus Laubblättern für meinen Vater weiß der Dreikäsehoch, wie so ein Tier aussieht, und wie man es abstrakt zeichnet. Also statt „Pünktchen, Pünktchen, usw.“ heißt es bei uns „Körper, Kopf, Flügel, Fühler.“
Als der Sohn sich irgendwann mal seine Zeit bei mir im Nähstübchen vertreiben musste, sagte er auf einmal: „Mama, guck mal, ein Körper.“ Ich hatte natürlich keine Ahnung, wovon das Kind spricht und guckte dumm aus der Wäsche einem Stoffberg. In die Richtung, in die mein Kind zeigte. Und ich sah eine herkömmliche Sicherheitsnadel. Braucht man ja immer mal. Ich hab’s einfach nicht kapiert.

Aber dann! Dann sah ich, was mein kreatives Kind sah, und ich zog Schmierpapier, Buntstifte und Klebstoff aus den Abgründen meiner Sammelleidenschaft heraus. Und das kam dabei heraus:

Toll, diese Kinder!

Unsere Schmetterlinge sind zwar schon etwa ein Jahr alt und hängen inzwischen als Mobile über dem Esstisch der Tagesmutter, aber wann bitte passt so ein Beitrag besser als zum Frühlingsanfang? Und jetzt schnappt euch euer Kind, lasst es seine Langeweile in eurem Nähchaos ausleben und staunt, auf welche Ideen die Kleinen kommen… Und dann ran an die Frühlingsdeko.

Spielideen für den Garten aus Plastikflaschen und einem alten Rasenmäher

Der Sommer kann uns mal! Wir spielen draußen, wann immer wir Lust haben. In Regenklamotten ist es sowieso egal, ob das Wasser von oben oder aus der Matschanlage kommt.

Diese Woche haben wir unseren Garten verschönert. Vor allem durch so banale (aber leider absolut notwendige) Dinge wie Unkraut zwischen den Gehwegsteinen entfernen, Müll entsorgen, Rasen mähen, begonnene Projekte abschließen…
Eins davon war ein Kegelspiel aus Plastikflaschen, in der ein Hof in der Umgebung seine Milch verkauft. Leider sind es keine Pfandflaschen. Und weil ich die Form so mag, wollte ich immer etwas damit machen. Also hab ich einen Großteil gespült und die echt fiesen Aufkleber abgefriemelt. Nach und nach kamen hier und da ein paar neue Ideen zusammen und so ist aus dem Kegelspiel Fußball-Bowling geworden. Das liegt nicht nur an der Zahl der entstandenen Kegel, sondern auch an der Schwere, der nun mit Wasser (und Lebensmittelfarbe) gefüllten Flaschen.

garten spiele upcycling fussballbowling 01

Und weil trotzdem noch Flaschen übrig sind, habe ich zwei Wurfspiele gebastelt. Einfach die Flaschen durchtrennen und schwupps, hat man zwei verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten. Gut, der Dreikäsehoch muss jetzt sehr viel üben, um das motorisch hinzukriegen. Und der Zweikäsehoch macht sowieso, was er will.

garten spiele upcycling wurfspiel 01

garten spiele upcycling wurfspiel 02

Beim Aufräumen wurde ein alter Rasenmäher zum Ausschlachten zur Seite gestellt. Eine kleinere Version ist mit ausgebautem Messer schon zum Spielmäher umfunktioniert wurden. Dieser hier ist aber doch etwas zu groß. (Wo kommen eigentlich die ganzen kaputten Rasenmäher her?) Das Gerät selbst hat nun einen neuen Platz in der Outdoor-Abstellkammer bekommen. Und der Fangkorb ist jetzt unser neuer Basketballkorb. Mit Washi-Tape, das nicht mal eine Stunde hielt, und einer Zielscheibe (heißt die so?) aus Pappe erkennt man es auch. Auch hier ist noch einiges an Übung notwendig. Aber unser Garten ist an nur einem Tag zu einem top Outdoor-Spielplatz mutiert, an dem es in jeder Ecke etwas zu tun gibt.

garten spiele upcycling basketball

Ich garantiere euch, da kommt noch mehr. Wir haben hier noch so viel Müll Ideen herum liegen.

Nähanleitung für Gaumenfreuden #3: Teebeutel

Erschöpft vom vielen Backen, war die Zeit reif für eine ausgiebige Teezeremonie.

Und das ging so:

1.

Zuerst habe ich eine schnelle Skizze eines Teebeutels auf den nächstbesten Zettel gemalt und ausgeschnitten.

teebeutel03

2.

Die Skizze habe ich als Schablone auf Stoffreste gelegt, wobei der untere Rand im Stoffbruch lag.

Bänderreste habe ich in der Länge, weiße Jerseyreste (damit nichts ausfranst) als kleine Quadrate zugeschnitten.

teebeutel04

3.

Die Teebeutel habe ich rechts auf rechts zusammen genäht, dabei den oberen Rand als Wendeöffnung offen gelassen. Dann alles vorsichtig gewendet.

In die Wendeöffung habe ich das eine Ende eines Bandes gesteckt und dann alles mehrmals vor und zurück zugenäht. Das muss ja was aushalten!

Das andere Ende des Bandes habe ich an die Jerseyquadrate gesteppt. Auch hin und her. Das muss noch mehr aushalten!
Anschließend habe ich die weißen Quadrate noch mit Herzen, Blättern und Wolken (dem Familienlogo) bemalt.

4.

Und dann konnte ich mich endlich auf’s Sofa gammeln und bei einem heißen Wolkentee abschalten.

teebeutel01

Nähanleitung für Gaumenfreuden #2: Plätzchen(teig)

plaetzchen10b

Wie versprochen, backen wir jetzt auch gleich noch eine Ladung Plätzchen hinterher.

Dazu braucht ihr:

plaetzchen07

  • Fleece oder dünnen Filz in Teigfarbe
  • Ausstechförmchen
  • einen Stift, der möglichst wenig Kontrast zum Teig hat
  • scharfe Scheren

Los geht’s!

1.

Schneidet aus dem Fleece/Filz eure Teiggrundform aus.

plaetzchen06

2.

Nehmt die Ausstechförmchen als Schablonen und malt die innenliegenden Umrisse auf den Teig.

plaetzchen03 plaetzchen04

3.

Schneidet die Formen vorsichtig aus.

plaetzchen05 plaetzchen08

4.

Euer Beitrag ist schon fertig. Jetzt sind die Kleinen dran.

Lasst euer Kind den Teig nochmal gut ausrollen, dabei alles gut festdrücken, und die Plätzchen ausstechen.

plaetzchen09 plaetzchen10

Fertig? Dann ab in den Ofen. Und Vorheizen nicht vergessen!

plaetzchen02 plaetzchen01

Guten Appetit!

Nähanleitung für Gaumenfreuden #1: Pizza

pizza01

Während der Elternzeit ist der Dreikäsehoch viel öfter Zuhause, statt mit anderen Kindern zu spielen. Er will das so. Wahrscheinlich hat er Angst, neben dem Baby vergessen zu werden. Für mich bedeutet das jedoch, neben Füttern, Tragen, Krabbeln üben auch noch, den Erstgeborenen zu beschäftigen.
Zum Glück kann er das sehr gut allein, aber manchmal möchte ich auch einfach mal etwas Schönes mit ihm machen. Und Nähen, Malen, Basteln mach ich nun mal am liebsten. Und alles gleichzeitig geht noch besser.

Weil der Dreikäsehoch alles nachmacht und nachspielt, was so im Alltag passiert, brachte er mir neulich einen flachen Bauklotz eine leckere Pizza. Die gab es ein paar Tage zuvor bei uns. Das brachte mich auf die Idee, eine kleine Backstuben-Nähsession (oder lieber Nähstuben-Backsession?) zu veranstalten. Herausgekommen sind saftige Pizzen, an dessen Produktion ihr heute teilhaben dürft. Leckere Plätzchen gibt es im nächsten Beitrag.

Ihr benötigt:

pizza10

  • Fleece oder dünnen Filz in Teigware und allen anderen möglichen Farben – Blau eher nicht so 😉
  • Stoffmalstifte, Stoffmalfarbe, Schwämmchen, Stempel
  • Scheren
  • eine Nähmaschine

1.

Wie bei jeder guten Pizza, braucht ihr erstmal einen Teig. Legt dafür euren Fleece/Filz doppelt und schneidet die gewünschten Formen aus.

pizza09

Jeweils ein Teil wird nun dick mit Tomatensoße bestrichen bzw. mit Hilfe eines Schwämmchens und roter Stoffmalfarbe begetupft.

pizza04

2.

Dann bereitet ihr den Belag vor.

Schneidet aus dem farbigen Filz Lebensmittel eurer Wahl aus. Wir haben grüne Kreise für Zucchini, weiße Kreise für Zwiebeln, rosa Kreise für Salami, rote Bögen für Paprika und gelbe Streifen für den Käse gemacht.

pizza02

Damit man besser erkennt, um welches Lebensmittel es sich handelt, haben wir einige davon noch verziert.
Für die Zucchini habe ich dem Dreikäsehoch eine „Vorlage“ gemalt, die er dann mit einem Stoffmalstift auf die restlichen Kreise übertragen konnte. Ich war ehrlich überrascht, wie gut er das mit den Außenrändern hingekriegt hat.

pizza08
Die Salami habe ich auch wieder mit roter Farbe betupft, danach hat der Dreikäsehoch wieder dunklere Außenränder gemalt und rote Punkte aufgestempelt. Er liebt Stempeln!

pizza05 pizza06 pizza07

Fixiert alle bemalten/bedruckten Stoffteile nach Gebrauchsanweisung, z.B. mit Bügeln.

3.

Jetzt belegt ihr eure Pizzen und schaut, ob ihr genug Belag habt. Alles klar? Dann dürft ihr das Ganze jetzt fett mit Käse bestreuen!

pizza03

4.

Wenn euch die Pizza so gefällt, dann geht es jetzt zur Nähmaschine. Eigentlich wollte ich das Ganze nur mit Stoffkleber befestigen, damit der Dreikäsehoch noch mehr zu tun hat, aber ich habe mich dann doch dagegen entschieden. Es soll ja auch dauerhaft bespielbar sein.

Legt vorsichtig alle Belagteile runter und näht jede Schicht nach und nach einzeln wieder auf. Lasst dabei einen breiten Rand am Teig, damit er nachher schön aufgehen kann.

pizza11pizza13

5.

Nehmt nun das jeweils andere Teil eurer Teigformen, legt sie passend rechts auf rechts auf das Oberteil und näht beide mit einer großzügigen Nahtzugabe zusammen. (Diese anschließend nicht einkürzen.) Lasst eine Wendeöffnung an einer möglichst geraden Seite.

pizza12

Wendet die Pizza und schließt die Wendeöffnung. Ich habe das ganz faul gemacht, ihr könnt es aber auch schöner mit einem unsichtbaren Matratzenstich machen.

6.

Steppt nun noch den Rand ab. Lasst dabei mindestens soviel Platz zum Außenrand, wie eure Nahtzugabe breit ist. Deren überschüssiger Stoff innen formt einen wundervollen aufgegangenen Teigrand.

pizza01

7.

Ladet alle Freunde ein und genießt die heimischen Pizza-Spezialitäten.
Guten Appetit!

 

Edelfalter im Rahmen

waldschmetterling02

Mein Vater sammelt Insekten. Überall wo er so lang läuft sucht er, hebt auf, verstaut in Gefäßen, die er immer dabei hat, und lagert in Schubläden. Manch schönes Exemplar verschenkt er auch schonmal in einem Rahmen. Ich jedenfalls habe ein solches vor vielen, vielen Jahren bekommen. Damals fand ich das richtig ekelig und auch nicht nett, einen so schönen Schmetterling umzubringen, nur um ihn mir an die Wand zu hängen. Es ist ein bisschen wie Blumensträuße, nur noch gemeiner. Mit der Zeit beschloss ich allerdings, dass ich für das arme Flügelwesen sowieso nichts mehr tun kann und mich deshalb an seinem Aussehen erfreue. Und hing mir den Rahmen ins Wohnzimmer.

Zum Geburtstag wollte ich meinem Vater etwas Besonderes schenken. Das will man ja immer. Aber dieser Mann hat einfach schon alles und ist einzig zu erfreuen mit pfiffigen Ideen, die perfekt umgesetzt sind. Das ist eine große Herausforderung, der ich mich aber gern stelle. Denn solche Geschenke mag ich auch am liebsten.

In meinem Näh- und Bastelreich liegt ein Bilderrahmen vom Möbelschweden, den ich bereits mehrere Umzüge mit mir herum schleppe, in der Hoffnung, ich finde etwas, das ich darin ausstellen möchte. Und der fiel mir kurz vor meines Vaters Geburtstag in die Hände. Beim Blick auf den Schmetterling an der Wand wusste ich, was zu tun war. Im Herbst habe ich deshalb mit dem Dreikäsehoch Blätter gesammelt. Ich muss sagen, er hat ein Auge für schöne und spezielle Blätter. Genau nach Opas Geschmack also. Zusammen mit einem kleinen Stück Treibholz habe ich daraus einen Schmetterling entworfen, den es so nur einmal gibt. Die Blätter und den Holzkörper habe ich mit 3D-Klebeband auf einen Schaumstoff-Papier-Untergrund geklebt und anschließend Stecknadeln eingepiekst. Das soll das Aufspießen nachbilden. Einen Namen habe ich auch noch recherchiert; ein waldiger Edelfalter sollte es werden. Und dann musste der Rahmen noch bepinselt werden. Das war fast aufwendiger, als der Rest, weil das Glas fest eingeleimt ist. Dank Kreppband ging es dann aber irgendwie.

Perfekt ist es nicht geworden, aber es ist ein würdiges Geschenk für meinen Vater.
Und nun sehet und staunet selbst:

Original und Nachbildung:waldschmetterling01

Details:

waldschmetterling03

waldschmetterling04