Einhornkostüm zu Karneval

Gerade als ich den bereits gekauften, zugegebenermaßen recht pornös aussehen Leopardenstoff zuschneiden wollte – denn der Dreikäsehoch möchte seit einer halben Ewigkeit als Leopard verkleidet feiern – hat er sich mir nichts dir nichts für ein Einhorn-Kostüm entschieden. Ehrlich gesagt fand ich das so süß, dass ich ihn nicht mehr umzustimmen wagte und habe sogleich weißen Fleece und etwas Filzwolle gekauft. Mehr braucht man nämlich gar nicht.

Und bevor Karneval schon wieder rum ist, nutze ich den familienplagenden Norovirus, um euch meine DIY-Variante für ein Einhorn-Kostüm zu zeigen.

Als Basis dient ein weißer Ganzkörperanzug (Jumpsuit, Spieler, Romper, wie auch immer die noch so heißen). Meinen habe ich wie schon das Drachenkostüm nach dem Schnitt „Pupuliini“ aus der Ottobre Kids 06/2015 genäht und ihm eine Kapuze verpasst. Da geht im Prinzip auch jede, ihr braucht nur die Breite des unteren Randes an die obere Breite eures Anzugs anpassen. Ich habe die Kapuze von der Jacke WildLife von Trollis Nadelwald genommen, da ist gleich schon die Teilung dabei, um Ohren mit anzunähen. Die Einhorn-Ohren habe ich selbst aufgezeichnet, jeweils aus Fleece und Innenstoff zugeschnitten, rechts auf rechts zusammen genäht, gewendet und zwischen die Kapuzenteilung gesteckt. Alles zusammen genäht, fertig.


Dann habe ich gleich lange Wollfäden zugeschnitten und die ersten mittig zwischen die Ohren aufgesteppt, einfach in der Mitte mit einem Zickzackstich.

Als Vorlage für das Horn habe ich eine Mini-Schultüte genommen, auf Stoff übertragen und die lange Seite rechts auf rechts zusammengenäht. In meinem Stofflager habe ich diesen überaus passenden Stoff gefunden, einen nicht-dehnbaren Stoff mit aufgewebten Wollfäden oder so ähnlich. Quer zugeschnitten ergibt sich so gleich ein schönes Hornmuster, welches ich bei den Ein-Hörnern der wundervollen (Horse-)Bodypainterin Nicole Heyduk abgeschaut habe. Das Horn war jetzt also unten noch offen, ich habe es mit Füllwatte ausgestopft, so dass es in Form bleibt und habe es per Hand auf die ersten Haare aufgenäht.


Anschließend habe ich weitere Mähnenfäden aufgenäht, hauptsächlich weiß, aber ein ganz kleines bisschen Farbe durfte auch dazwischen. Kurz vor dem Ende der Kapuze habe ich aufgehört und die Kapuze an den Anzug angenäht. Und dann einfach weiter drauf los Wollfäden aufgesteppt.

OK, OK, jetzt wo ich die Bilder so sehe, könnte man vielleicht auch einen handelsüblichen Wischmop aufnähen. Für die, die auf den letzten Drücker nähen, vielleicht eine schnelle Alternative 😉

Für den Schweif habe ich mehr oder weniger gleichlange Wollfäden zusammengeknotet (so ähnlich wie bei einer Quaste) und an eine zuvor aufgesteppte Lasche am Hinterteil des Anzuges geknotet. Zuvor hatte ich die Haare in die rückwärtige Naht eingefasst, aber da fiel der Schweif nicht so schön. Also Schere her, Haare ab und noch ein Versuch.

Für das Fotoshooting wollte der Dreikäsehoch auch noch geschminkt werden. Damit ihr meine liebsten Saison-Bilder bekommt, habe ich ihm natürlich auch das gewährt. Keine Ahnung, ob man die Augen einem Pferd oder Einhorn zuordnen würde, aber es ging schnell und sieht nach einem Fabelwesen aus. Für den Regenbogen habe ich wirklich alle Lidschatten ausgegraben, die ich seit meiner Jugend mit mir herumschleppe und nie benutze, außer für Theateraufführungen oder Kinderkarneval. Und die Nüstern neben der Kindernase musste ich so machen. Auf den Bilder sieht das etwas gruselig oder schmutzig aus, von weitem hat es aber irgendwie gepasst. Das Kind jedenfalls war glücklich!

Und als dann noch der kleine Bruder aus dem Mittagsschlaf erwachte, gab es unter den Fabelwesen kein Halten mehr. Der Zweikäsehoch trägt den Drachen vom letzten Jahr. Die Fotos waren geschossen, jetzt konnte gespielt werden. Oder eben endlich mal auf einem Einhorn geritten <3


Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen noch eine schnelle Anregung geben. Ich finde nämlich, dass die gekauften Einhornkostüme entweder sehr mädchenhaft sind oder einfach nicht schön. Das hier ist natürlich ebenso Geschmacksache, aber wie schön, wenn die Kinder sich freuen. Also dann, alaaf, helau und party on. Oder so. Ich selbst hab’s nicht so mit diesen Festen 😉

Märchenhaftes Shirt „Liv“ mit Latz-Einsatz

Weihnachten ist vorbei und ich habe mir fest vorgenommen, euch meine Geschenke an die Familie recht bald zu zeigen. Mit einem ganz besonderen Werk fange ich an.

Meine Familiengeschichte ist wirr und so habe ich mit der Zeit immer mehr Verwandte hinzubekommen. Eine davon ist meine „Stiefmutter“, was – wo wir schon beim Thema Märchen sind – ein ziemlich fieser Name ist. Im Schwedischen nennt man diese neuen Familienmitglieder auch „bonusmamma“, was doch gleich viel positiver klingt und in diesem Fall sehr gut passt!

Meine Bonusmama also hat von mir zu Weihnachten ein neues Shirt bekommen. Vor ein paar Monaten habe ich ihr eines sozusagen von der Haut weg geklaut und nun ein ganz schlechtes Gewissen deswegen. Als Ersatz habe ich versucht, den Schnitt oder zumindest diesen Latz-Einsatz des Originals zu kopieren.

Bei der Stoffauswahl habe ich mich von den Vorlieben meiner Bonusmama leiten lassen: Sie liebt Tiermärchen und Fantasiegeschichten. Sie hat sogar das wundervolle Jugendbuch „Shiwa – Die Prophezeiung des Einhorns“ geschrieben. (War das jetzt schon ein affiliate link?)
Dieser Jersey aus der Serie „Acorn Trail“ von Birch Fabrics hat mich also aus meinem Regal angelacht und ich hatte sogar ein wunderbares Kombi-Braun auf Lager.

Als Schnittgrundlage habe ich das Damenshirt Liv von pattydoo genommen. Da ich ja nun wusste, dass wir trotz sehr unterschiedlicher Körperform die gleiche T-Shirt-Größe haben, konnte ich einfach loslegen.

Den Halsausschnitt habe ich ziemlich vergrößert. Zusätzlich habe ich ein Einsatzteil kreiert und 2x gegengleich zugeschnitten. Beide Teile habe ich mit einem Bündchen versehen und mit Knöpfen zu einem Teil zusammengenäht.
Bevor dies an das Shirt kam, habe ich erst einmal das Bündchen an den Halsausschnitt gebracht. Da mein Ausschnitt viel größer als beim Originalschnitt war, habe ich einen (zu kurzen 🙁 ) Bündchenstreifen leicht bis sehr gedehnt an den Halsausschnitt angenäht, aber noch nicht abgesteppt! Denn jetzt erst kam der fertige Latz-Einsatz an die richtige Stelle. Ich habe ihn mit einem Zickzack-Stick an die bereits bestehende Overlock-Naht angenäht und dann erst den kompletten Ausschnitt abgesteppt.

Das sieht dann von innen so aus:

Und von außen so:

Womit wir nun zu meinem Lieblingsteil dieses Beitrags übergehen können. Ich habe ja am liebsten diejenige Person als Model, die ich auch tatsächlich benäht habe. So kann ich auch meine eigene Vorstellung der Bilder und Motive umsetzen. Nichts ahnend bin ich mit meiner Bonusmama auf Locationsuche gegangen und wir fanden zwei Tage nach Weihnachten eine geradezu sommerurlaubsreife Kulisse.

Und weil ich die entstandenen Bilder wirklich ganz wundervoll finde, bekommt ihr die jetzt auch zu sehen. Mit einem märchenhaften Shirt an einer umwerfend aussehenden Frau! Hier ist sie!

Vom Original abgeguckt habe ich noch eine kleine Kellerfalte eingearbeitet. Leider ist sie nicht ganz mittig geworden. Und vielleicht seht ihr auf dem obigen Foto auch, dass ich nicht mehr genug Stoff für den Bündchenstreifen hatte, es aber erst beim Annähen gemerkt habe. So musste ich an der auffälligsten Stelle auch noch stückeln…

Den Liv-Schnitt habe ich um Einiges verlängert und unten ganz knapp umsäumt. Erst mit der Overlock versäubert, um die Nahtbreite umgeschlagen und dann mit einem kleinen Zickzack abgesteppt. Hier die Innen- und Außenansicht:

Ich mag, wie sich der etwas ausgestellte Saum ganz leicht wellt. Das macht das Shirt noch ein bisschen „mädchenhafter“. Was übrigens keine Frage des Alters ist!

Die Ärmel habe ich auf ¾-Länge gekürzt und mit einem „faulen Bündchen“ zusätzlich ein längeres Bündchen mit angenäht. Dadurch wiederholt sich der Lagenlook des Einsatzes noch einmal.

Mein Label nähe ich momentan gern in einer Kontrastfarbe auf die obere Rückseite der Kleidungsstücke.

Das nächste Motiv ist zwar unscharf, aber ich möchte es euch trotzdem zeigen. Wie wunderschön ich meine Bonusmama finde!

Deshalb kommt hier noch ein Foto.

Und dann hatte sie keine Lust mehr… Aber schön war’s! Vielen Dank, liebe Claudia :*

It’s T-Time – Erdbeerstund hat roten Mund

Ich habe beschlossen, nur noch Dinge zu nähen, die schnell gehen oder mir so richtig am Herzen liegen. T-Shirts gehen schnell, zumindest wenn man auf den ganzen Schnickschnack verzichtet.

Der Dreikäsehoch brauchte neue T-Shirts (warum wachsen die Bengel nur so schnell?), also hab ich das Kind gefragt, was denn auf seine neuen Klamotten drauf soll. Und er hat geantwortet: „Belugas und eine Erdbeere und ein Heißluftballon.“ Tja, da hatte ich den Salat. Ich wollte doch auf Schnickschnack verzichten. Also erklärte ich die Shirts kurzerhand zu Herzensangelegenheiten und schon ging es los.

Als sich das Kind eine Erdbeere wünschte, durchfuhr mich kurz ein furchtbarer Gedanke und ich kroch beschämt zu meinem Mann herüber, der mich auch sofort verstand. „Du findest doch wohl nicht etwa, dass Erdbeeren nur was für Mädchen sind?!“ Ertappt. Aber jetzt mal ehrlich, wie bescheuert ist das denn! Oder essen eure Jungs keine Erdbeeren? Na also.
Ich fand es trotzdem schwer, mich für eine Grundfarbe zu entscheiden. Und verfiel völlig klischeehaft auf blau. Einem Blaugrau um genau zu sein, was früher einmal ein Shirt von Alex war.

Und darauf habe ich dann die Erdbeere genäht. Mit schwarz, damit hier ja keine Geschlechtsverwechslung geschehen könnte. Meine Herren, ich habe mich doch sonst nicht so! Egal, ich finde das T-Shirt einen (Erdbeer-)Traum und zeige es euch sehr gern.

Das Schnittmuster ist das Raglanshirt „Bla Bla“ aus der Ottobre 01/2016.
Die Fotos sind im Maisfeld entstanden. Der Dreikäsehoch hatte aber nur bedingt Lust.

Ach komm, jetzt zeig dich doch mal richtig.

Noch ein Stückchen weiter, bitte.

Ja, super! Da ist ja die leckerer Erdbeere!

Einmal die Schulter bitte, damit ich die Fake-Covernähte zeigen kann.

Danke! Achso, das war es jetzt schon wieder?

Na dann tschüss!

Die anderen T-Shirts zeige ich euch in den nächsten Beiträgen.

Vorher wüsste ich aber zu gern, ob es euch auch passiert, dass ihr manchmal wider Willen in Geschlechterkategorien denkt. Also, falls ihr das sonst eigentlich nicht tut…

Utensilo für die kleine Garderobe

Wohin mit all den Mützen, Schals, Sonnenbrillen, …? Zu viert sammelt sich einfach so viel Kram im Flur an, dass es Zeit wurde, eine ordentliche Lösung zu finden.

Zuerst hielt ich das „Hänge-Beutel-Ei“ von Câlin et Crinoline für eine solche. Die Anleitung gibt es z.B. hier bei Stoffwelten.

Da passt zwar so manches hinein, aber für vier davon war kein Platz und eigentlich ist der obere Teil ja auch reine Platzverschwendung.

Also habe ich überlegt, wie ich den unteren Teil trotzdem sinnvoll nutzen kann und wir alle etwas davon haben.

Dann habe ich mich mit (gar nicht so günstigem) dicken Filz eingedeckt und erstmal ein bisschen rumprobiert. Entstanden sind dann vier „Körbchen“, die alle eine gemeinsame Rückwand haben.

Jedes „Körbchen“ besteht aus einem Rechteck und einem Halboval. Jeweils beide Teile habe ich rechts auf rechts zusammengenäht. Vorher gab es noch eine Buchstaben-Applikation, damit jeder weiß, wo er seine Sachen findet. Der kleinste ganz unten, der größte ganz oben. Den oberen Rand habe ich mit einem engen Zickzackstich „eingefasst“, damit sich das weiße Garn aus der Applikation und der anschließenden Gesamtumrandung wiederholt. Diese halben Schalen habe ich dann bündig links auf rechts an die Rückwand genäht. Das war ein riesen Akt, denn der Filz gibt nicht nach und wer hat schon zwei Meter Platz auf seinem Nähtisch?

So sieht das Utensilo an unserem Garderobenschrank aus. Leider steht er an einem Platz, an dem Bilder nur mit Blitzlicht möglich sind. So kommt die Optik vom Filz gar nicht richtig raus.

Den Körbchen habe ich dort, wo man hineingreift noch eine klitzekleine Extrarundung verpasst. Erkennt man das?

Damit sich das Utensilo nicht nach hinten durchbiegt, habe ich oben und unten einen Tunnel für ein ziemlich dickes Rundholz eingenäht. Oben noch ein Band dran und schon hängt das Ding (fast) gerade am Schrank.

Das hier ist die Perspektive vom Zweikäsehoch. (Wahrscheinlich tue ich ihm Unrecht, er ist ja schon sooooo groß.)
Der gelbe Stoff war mal eine Jacke, die ich einer Freundin beim Auszug aus unserer WG abgeluchst habe. Ich mochte die kleinen Streublümchen schon immer sehr. Und Gelb, müsst ihr wissen, ist meine Lieblingsfarbe.

Für meinen eigenen Buchstaben habe ich trotzdem diese zauberhaften pinken Blütenranken verwendet. Diesen Stoff hat meine Freundin in Thailand ergattert und mir viele Jahre später zum Geburtstag geschenkt. (Schaut euch doch mal ihre Seite an, sie macht nämlich ganz wunderhübsche Dinge.)

Und der Mann hat jetzt endlich einen Platz für seine Brille gefunden! Obwohl, meistens finde ich sie dann doch zwischen den Obstresten in der Küche oder mitten auf der Wühlkommode.

Der Filz sieht in echt übrigens viel schöner aus. Passt zwar nicht zum Schrank, aber an den wollte ich mein Utensilo nicht angleichen, ich mag ihn nämlich gar nicht. Vielleicht baut mir mal jemand meine Traumgarderobe. Eine Skizze vom diesem Monstrum gibt es bereits.

Herbstoutfit mit alten Bekannten – oder: WildLife trifft Frechdachs

Es ist ruhig geworden bei rabaukenrabatz. Wie viele andere Familien auch erleben wir gerade, was es heißt, wenn beide eine Arbeit, dafür aber keine Zeit mehr für die Kinder haben. Willkommen in der Wirklichkeit!

Das Nähen habe ich auf ein Minimum reduziert, mehr als T-Shirts sind hier kaum drin. Ich habe aber ein paar Schätzchen in petto, die ich euch noch gar nicht gezeigt habe. Während des Sommers fand ich es unpassend, aber jetzt, wo der Herbst so schwuppdiwupp vor uns steht, zeige ich euch meine allerliebste Lieblingsfotostrecke, die mit dem Zweikäsehoch vor etwa einem halben Jahr entstanden ist.

Hier einmal das ganze Outfit aus Steppweste, Hose und appliziertem Shirt.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, welches Schnittmuster ich als Grundlage für die Weste genommen habe. Ich glaube aber, es war die Jacke „WildLife“ von Trollis Nadelwald. Die Teilung und die untere Rundung an der Rückseite habe ich bei der Westenversion „Herbstlied“ vom Dreikäsehoch abgeguckt.

Die Bündchen an den Ärmelausschnitten sind leider sehr dünn geworden, die Stofflagen, durch die die Nähmaschine musste umso dicker. Dadurch habe ich es nicht hinbekommen, die Bündchen ordentlich abzusteppen. Jetzt rollt es sich immer so unschön auf.

Den Kragen habe ich aus einem abgeschrägten Rechteck statt der Kapuze angesetzt und das verlängert und Rückenteil abgerundet.

Aus Mangel an weißem Fleece habe ich genommen, was im Schrank lag. Ich dachte: Sieht ja eh keiner. Zusammen sehen das Stepp-Gelb und das Futter-Grün aber doch irgendwie nach Waidmannskluft aus…

Die Hose ist der „Frechdachs“ von lilabrombeerwölkchen. Gesehen habt ihr sie bereits am Dreikäsehoch, bis zur Größe 92 können wir die Hosen hier noch abtragen.

Das Shirt ist ein gekauftes vom Klamottenschweden. Darauf habe ich einen Elefanten (mir war so danach) mit Sprechblase appliziert. Die Buchstaben habe ich mit Textilfarbe aufgedruckt. Ich hätte wohl besser erst danach die Form ausschneiden sollen 😉

Die Kulisse ist übrigens das Jugend- und Kulturzentrum „Radhaus„, eine der wenigen Stätten, in denen sich die kleinen Subkulturen Kleves treffen (können).

Tja, das war es für heute Abend. Mal schauen, wann der nächste Beitrag kommt. Immerhin gab es hier eine ganze Serie von T-Shirts für die Käsehochs und auch einiges für mich.

Bis bald. <3

5-Minuten-DIY: Schutzengel aus Stoffresten

Als wir neulich unsere Nichte besucht haben, um diesen wundervollen Zipfelrock zu fotografieren, habe ich in ihrem Zimmer ein Geschenk entdeckt, dass sie von mir zur Taufe (oder was gibt es sonst noch so für Gelegenheiten?) bekommen hat. Irgendwie fand ich, dass es hier auf diesen Blog gehört, obwohl ich den da ja noch gar nicht hatte. Und es jetzt auch echt nichts Besonderes ist.

Aus Stoffresten, einer halbierten Styroporkugel, Federn, Pappe und einigen Wollfäden habe ich einen bunten Schutzengel gebastelt. Nähen brauchte ich dafür nicht, hier hat allein die Heißklebepistole gequalmt. (Ihr seht es vielleicht noch auf den Bildern).

Das Ganze noch in einen etwas tieferen Bilderrahmen und schwupps, ist das Mini-DIY auch schon fertig.

Da unsere Nichte (wie ihr Bruder auch) einen irischen Namen hat, habe ich mich für einen schlichten, irischen Segen entschieden. Ich selbst bin ja eher Heidin und tue mich schwer, religiöse Worte zu verschenken, mit denen ich mich noch irgendwie identifizieren kann. Das ging hier aber ganz gut.

Der Text ist auf einen Block aus weiß lackierten Wäscheklammern geklebt. Heute würde ich mir bestimmt mehr Mühe geben.

Hier noch einmal eine Nahaufnahme vom wallenden Wollhaar. Und das war es auch schon.

Wenn ich all mein Gebasteltes hier zeigen würde, brauchte ich wohl ein paar Jahre. Irgendwie mache ich das gar nicht mehr. Für wen auch?

Mein teilweise sehr betagtes Bastelmaterial wartet darauf, dass die Kinder motorisch mit mir handarbeiten können. Und dann geht es hier in der Kategorie Spiel und Spaß mit Kindern wieder rund.

Dieser Schutzengel ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich meine Fähigkeiten aber auch meine Ansprüche ständig erweitern. Heute würde das ganz anders aussehen. Professioneller hoffentlich.
Gibt es bei euch auch so Werke, die ihr mal mit Stolz geschwellter Brust verschenkt habt und heute eigentlich peinlich findet?

Tragetuch für die Kuschelfreunde

Die Kinder schlafen, der Mann ist außer Haus, die aktuellen Nähprojekte ruhen für heute Abend und ich finde, es ist Zeit, euch mal wieder etwas zu präsentieren. Damit mein Das-Wollte-Ich-Hier-Gern-Noch-Zeigen-Ordner langsam aber sicher leer wird.

Der Dreikäsehoch hat es nicht so mit Kuscheltieren. Das ist schade, denn ich würde ihm gern einen ganzen Zoo nähen. Stattdessen habe ich eine Zeitlang an einem Freebook für eine Kuschelrakete gearbeitet, weil mir das bisherige Angebot dafür nicht reichte. Aber darum geht es doch jetzt gar nicht!

Zur Geburt hat mein Sohn also einen Teddy geschenkt bekommen, den unsere Tante selbst genäht hat. Seit der Zweikäsehoch auf der Welt ist, wohnt hier auch noch ein kleines (von der Oma genähtes) Schaf. Beide Tiere haben jeweils den Namen des Kindes aufgestickt.
Wie es aber meine Kinder wollten, sind die Tierchen in den Besitz des jeweils anderen übergegangen. Was ich persönlich ja sehr süß finde, denn so hat jeder ein Kuscheltier mit dem Namen seines Bruders drauf. Hach…

Schaf und Teddy (ja, die heißen auch so!) sind jedenfalls die einzigen Kuscheltiere, die hier überhaupt irgendwie zum geliebten Inventar gehören. (Die Raketen sind auch schon nicht mehr up to date.) Und eines Tages – da wurde der kleine Bruder schon gar nicht mehr getragen – wollte der Dreikäsehoch ein Tragetuch für Schaf. Wie toll, dachte ich, das wollte ich sowieso noch nähen. Schön, dass mein Kind mich so gut versteht.

Für das Kuscheltier-Tragetuch habe ich in meinem Stofflager nach passendem, etwas hippiesken Stoff gesucht und wahrscheinlich einen der teuersten gefunden, den ich im Regal habe. Statt ihn nun weiter verstauben zu lassen, weil sich mein Geschmack inzwischen doch immens geändert hat, habe ich ihn trotzdem benutzt.

Das Schnittmuster habe ich mir fix selbst erstellt. Ein großes Rechteck und ein kleines abgerundetes Rechteck je Außen- und Innenstoff und insgesamt vier lange Rechtecke für Träger und Hüftgurt. Das war es auch schon.

Gefüttert und standfest gemacht ist das Tuch mit Fleece.

Die Klappe hat keinen extra Verschluss. So geht es auch.

Beim nächsten Mal würde ich vor dem Zusammennähen von Futter und Außenstoff Abnäher in die Seiten machen. Jetzt ist da eigentlich zuviel Stoff. Als alles fertig war, waren die Lagen so dick, dass meine Nähmaschine nachträgliche Abnäher nicht mehr mitgemacht hat.

Um das Tagebuch hinten zu überkreuzen und dann vorne zu verknoten braucht der Dreikäsehoch noch seine Eltern. Was er aber schon kann, ist das Schaf seeeehr gut während des Bindens festzuhalten. Und wir haben auch gelernt, wie man das schlafende „Baby“ aus dem Tuch ablegt, ohne es zu wecken. Darin sind wir allerbeste Lehrmeister.

Für den Hüftgurt habe ich eine Steckschnalle verwendet. Leider braucht der Dreikäsehoch auch dabei Hilfe. Leider? Naja, wir mögen es, wenn unsere Kinder möglichst eigenständig spielen (können). Wie sonst wären wohl so zeitintensive Hobbies möglich?

Und weil der Zweikäsehoch alles nachmacht, was sein großer Bruder ihm vorlebt, nickte er heftig mit dem Kopf, als er das Tagebuch sah. Also durfte sich auch Teddy mal von seinem Kuschelpapa tragen lassen.

Habt ihr auch so Nähprojekte, von denen ihr sehnlichst hofft, dass eure Kinder sie sich wünschen? Wie gesagt, ich würde gern einen Zoo nähen… Und, und, und…