Angelspiel selbst gemacht

Kennt ihr das auch? Ihr habt eine bescheuerte Idee und ein geliebter Mensch findet sie genauso gut? Und dann nutzt ihr gemeinsam alle Zeit und Energie, die euch zur Verfügung steht, um eure Idee umzusetzen? Bei uns war das so. Und so kam es, dass wir zwischen Kindern, Besuch und Haushalt ein neues Spielzeug geschaffen haben. Und uns dabei wahnsinnig genial gefunden haben.

Neulich spielte der Dreikäsehoch bei den Großeltern ein Angelspiel. Eine Pappbox, Fische mit Magneten, eine Angel mit Magnet. Wie man das so kennt. Und wir dachten uns: Das können wir auch! Ihr fragt euch, warum wir nicht einfach eins gekauft haben? Na, weil wir Selbermacher sind und bekloppt genug, unsere Freizeit für so etwas zu nutzen. Also, was man so Freizeit nennen kann mit zwei Kleinkindern. Außerdem hatten wir die Eingebung, statt nur lustig bunter Fische auch Müll ins Aquarium zu werfen, so wie es im echten Leben ist. Im besten Falle lernen unsere Kinder dann noch was dabei.

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Unsere Idee ist, die Regeln einem gewünschten Naturschutz anzupassen. Normale Fische darf man angeln, je nach Größe oder Rarität gibt es Punkte. Für Tiere, die unter Artenschutz stehen, gibt es Minuspunkte, am liebsten für alle Mitspieler. Für den Müll bekommt man entweder null Punkte oder wenige, wenn man ihn noch verschrotten oder re-/upcyceln kann. Wir sind aber noch nicht weiter und lassen uns mit den Regeln noch Zeit. Den Kindern ist es ja eh Wurscht. Solltet ihr Anregungen haben, dann gerne her damit.

Vielleicht gibt es ja auch schon ein ökoaktivistisches Angelspiel im Handel? Dann entschuldige ich mich, euch mit einer neuen Idee, die keine ist, belästigt zu haben. Ich habe es tatsächlich noch nicht gegoogelt… Oder aber ihr findet das genauso so bescheuert lustig wie wir, dann erfahrt ihr jetzt Schritt für Schritt, wie wir es gemacht haben:

Zuerst habe ich im Netz (Ha, ein Wortspiel! – Dann muss der Satz jetzt auch anders enden.) nach Darstellungen von Meeresbewohnern und Müll gefischt. Dann hat mein Mann die ganzen Teile mit der Decoupiersäge hergestellt, geschliffen, jedem Teil magnetische Gegenstände (abgeknipste Nägel, Reißzwecken, Ringe) eingehauen und das große Anpinseln konnte beginnen. Weil es ja ein pädagogisch wertvolles Spiel für die ganze Familie sein soll, durfte der Dreikäsehoch mit machen. Den haben wir vorher schon so heiß auf das Spiel gemacht, dass er es kaum abwarten konnte. Nach ein paar Farbwulsten neben großen leeren Stellen entschied ich allerdings, dass unsere ästhetischen Ansprüche zu weit voneinander entfernt liegen und machte allein weiter.

Am Ende wurden die Kleinteile mehrmals klarlackiert und getrocknet.

Neben den vielen Fischen, deren Zuordnung wir nach der Bemalung leider nicht mehr genau vornehmen können (die schmalen sind Lachse, der lilane ein Thunfisch), …

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… wollten wir auch Tiere dabei haben, die unter Artenschutz stehen. Ich habe mich nicht weiter schlau gemacht, sondern einfach gemacht, was ich glaube zu wissen. Mit dabei ist auch ein Thunfisch mit „Beifang“.

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Im Brackwasser des Spoykanals (der „fließt“ durch Kleve) sahen wir häufiger Einkaufskörbe und Fahrräder durch die Algen blitzen. Die mussten also auch rein. Dann brauchten wir eine Quietscheeente, wozu uns ein Besuch im Deutschen Meeresmuseum inspiriert hat. Der obligatorische Stiefel, Fisch- und Cola-Dosen und vieles mehr gehören auch zum Meeresmüll. Auf das Fahrrad bin ich ja besonders stolz.

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Und dann haben wir ein ganze Weile gebraucht, um zu entscheiden, wie das „Meer“ gebaut sein soll. Es sollte kinderfreundlich funktionieren und in die bereits ausgewählte Verpackung passen. Heraus kam eine Stecklösung:

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Das Ganze habe ich dann wieder angemalt (mit Tieren und Müll aus dem Spiel) und mehrmals klarlackiert. Und eine Angel gab es dann auch noch aus der Werkstatt.

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Zu guter letzt habe ich noch die Verpackung gestaltet. Dazu mussten der Dreikäsehoch und seine Oma probespielen, dann kam die Bildbearbeitung, ein Titel musste auch noch her und tadaaaaa:

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Und nun liegt unser pädagogisch wertvolles Angelspiel zwischen all den anderen und wird tatsächlich gespielt. Der Dreikäsehoch schummelt allerdings, was das Zeug hält, und angelt am liebsten das Fahrrad. Womit er dann lieber durch die Wohnung „fährt“.

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So, und nun könnt ihr in euren Kommentaren gerne schreiben, ob ihr uns total sonderbar findet oder – so wie wir – einfach genial! 😀
Und wer Lust hat, darf gerne mal zum Angeln vorbei kommen. Leckeren Kaffee gibt es noch dazu.

Danke für die Aufmerksamkeit.

2 thoughts on “Angelspiel selbst gemacht

  1. Wow, wir finden das Ganze total genial. Auf gar keinen Fall finden wir Euch sonderbar. Respekt!! Das ist wirklich sehr gelungen und wir freuen uns schon darauf gemeinsam mit Euch zu angeln. Ganz viele Grüße aus den Bergen Tante Steffi und Onkel Siggi

  2. Ich bin begeistert über eure Ideen,
    Kreativität u. Familiensinn.
    Genial !!!
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein tolles Angelspiel irgendwo anders auf der Welt bereits existierst.
    Ich hab auch überhaupt keine Lust, es zu „ergoogeln“.
    Ich freu mich jetzt schon drauf,
    mit euch zu angeln.

    KLASSE

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